Hypnose

Hyp|no|se [hʏp'no:zə], die; -, -n:
dem Schlaf oder Halbschlaf ähnlicher, durch Suggestion hervorgerufener Zustand:
jmdn. in Hypnose versetzen.

* * *

Hyp|no|se 〈f. 19durch Suggestion herbeigeführter Schlaf, in dem der Schlafende auf Befehl des Hypnotiseurs Handlungen ausführen kann [→ hypnotisch]

* * *

Hyp|no|se , die; -, -n [im 19. Jh. geb. zu griech. hypno̅̓ssein = schläfrig sein, schlafen]:
schlafähnlicher Bewusstseinszustand, der von jmdm. durch Suggestion herbeigeführt werden kann u. in dem die Willens- u. teilweise auch die körperlichen Funktionen leicht zu beeinflussen sind:
aus der H. erwachen.

* * *

Hypnose
 
[zu griechisch hýpnos »Schlaf«] die, -/-n, durch Suggestion herbeigeführte, weitgehend auf den sozialen Kontakt (Rapport) mit der Person des Hypnotherapeuten verengte Bewusstseinsänderung, die in physiologischer Hinsicht (Gehirnaktivität, Pulsfrequenz, Grundumsatz u. a.) mehr einem partiellen Wachsein als einem Schlafzustand gleicht. Die Hypnotisierbarkeit sowie die erreichbare Intensität der Hypnose hängt jeweils weniger vom Hypnotiseur ab als von der Charakterstruktur - speziell der Beeinflussbarkeit (Suggestibilität) - des zu Hypnotisierenden. Bezüglich der Intensität unterschied A. Forel drei Stufen der Hypnose (Somnolenz, Hypotaxie, Somnambulismus). Inzwischen spricht man meist nur noch von tiefer und oberflächlicher Hypnose. Die genaue Natur der Hypnose ist nicht bekannt. Vieles deutet darauf hin, dass im hypnotischen Zustand physiologischer Gegebenheiten (besonders in phylogenetisch alten Hirnteilen) mit psychologischen Bedingungen (etwa der Identifizierung) verzahnt sind. Es kommt wahrscheinlich zu Veränderungen der Informationsverarbeitung im Gehirn, wobei die Fokussierung der Aufmerksamkeit auf relevante Sinnesreize (z. B. die vom Hypnotherapeuten vorgesprochenen Suggestionen, die Wahrnehmung körperlicher Entspannung) eine wesentliche Rolle spielt. Wie bei anderen psychotherapeutischen Interventionstechniken beruht die Wirksamkeit einer Hypnosebehandlung auf einer tragfähigen therapeutischen Beziehung und geht heute (insbesondere integriert in umfassende Therapiepläne) über die kathartische Methode (Katharsis) weit hinaus.
 
Am häufigsten wird gegenwärtig die klassische medizinische Hypnose und die - neuere Ergebnisse der Kommunikationsforschung integrierende - indirekte Hypnosetechnik nach dem amerikanischen Psychotherapeuten Milton H. Erickson (* 1902, ✝ 1979) angewandt. Eine die Eigenaktivität des Patienten besonders betonende Form ist die gestufte Aktivhypnose (E. Kretschmer), die hinsichtlich der Verwendung von Selbst- und Fremdsuggestionen eine Stellung zwischen autogenem Training und klassischer Hypnose einnimmt. Medizinisch findet die Hypnose auch als reine Autohypnose (z. B. autogenes Training) Anwendung.
 
 
Seit ältesten Zeiten und auch bei »Naturvölkern« ist die Hypnose bekannt, und schon in den Veden, in Keilschrifttexten der Babylonier und auf ägyptischen Papyri wird von hypnotischen Zuständen berichtet. Wie bei vielen mystischen und geheimnisvollen Vorgängen lagen Kenntnis und Ausübung des Hypnotisierens in den Händen von Priestern. Auch der Tempelschlaf hatte sicher suggestiven Charakter. Durch das Mittelalter hielt sich die Vorstellung eines mystischen Fluidums, das angeblich durch hypnotische Wirkung übertragen wird. Im 17. Jahrhundert prägte Athanasius Kircher für die Hypnose den Begriff »Magnetismus«, den F. A. Mesmer durch seine Lehre vom tierischen Magnetismus (Mesmerismus) popularisierte. J. Braid schließlich erkannte weitgehend die physiologischen und psychischen Voraussetzungen des künstlich hervorzurufenden »Schlafzustandes«, dem er den Namen Hypnose gab und den er bereits therapeutisch bei Nervenstörungen einsetzte. Die durch Braids Publikationen entfachte wissenschaftliche Diskussion über Theorien, Techniken und Erscheinungen der Hypnose (Hypnotismus) war besonders in Frankreich, wo sich zwei in ihren Lehrmeinungen unterschiedliche Schulen bildeten, sehr lebhaft. Während die Schule von Nancy (H. Bernheim, A. A. Liébeault) den suggestiven Charakter der Hypnose betonte und sich später durchsetzte, deutete die Pariser Schule unter J. M. Charcot die Hypnose irrigerweise - als eine Art künstliche Hysterie.
 
 
U. J. Jovanović: Methodik u. Theorie der H. (1988);
 
H.-Technik, begr. v. Johannes H. Schultz, bearb. v. G. Iversen (91994);
 C. Haring: Einf. in die H.-Therapie (1995).
 
Hier finden Sie in Überblicksartikeln weiterführende Informationen:
 
Unbewusstes und Überbewusstes
 

* * *

Hyp|no|se, die; -, -n [im 19. Jh. geb. zu griech. hypnṓssein = schläfrig sein, schlafen]: schlafähnlicher Bewusstseinszustand, der vom Hypnotiseur durch Suggestion herbeigeführt werden kann u. in dem die Willens- u. teilweise auch die körperlichen Funktionen leicht zu beeinflussen sind: Sein stechendes Auge ließ vermuten, dass er in den Künsten der H. geschult sei (Niekisch, Leben 175); aus der H. erwachen; jmdn. in H. versetzen; Aussagen eines Arztes, der Oetker unter H. befragt hatte (Saarbr. Zeitung 4. 12. 79, 10).

Universal-Lexikon. 2012.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • HYPNOSE — L’hypnose est un état de conscience particulier encore mal défini; connue depuis la plus haute antiquité, elle a été et reste entourée d’un halo de mystère auprès du grand public, pour qui elle revêt une apparence magique exerçant à la fois un… …   Encyclopédie Universelle

  • Hypnose — (греч. hypnos сон) – британская марка сигарет, разработанная компанией Innovation Tobacco Company ltd. В России выпускается с 2009 года …   Википедия

  • Hypnŏse — (griech.), der hypnotische Zustand, s. Hypnotismus …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Hypnose — Hypnōse (grch.), s. Hypnotismus …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Hypnose — »schlafähnlicher Bewusstseinszustand, Zwangsschlaf«: Das Wort ist eine gelehrte Neubildung des 19. Jh.s zum früher bezeugten Adjektiv hypnotisch »einschläfernd, den Willen lähmend«. Dies ist aus lat. hypnoticus entlehnt, das auf griech.… …   Das Herkunftswörterbuch

  • Hypnose — [Network (Rating 5600 9600)] …   Deutsch Wörterbuch

  • Hypnose — Pour les articles homonymes, voir Hypnose (homonymie). Traditionnellement, le terme hypnose désigne un état modifié de conscience ainsi que les techniques permettant de créer cet état et les pratiques thérapeutiques utilisées pendant cet état.… …   Wikipédia en Français

  • Hypnose — Als Hypnose (altgr. hypnos (ὕπνος), „Schlaf“) werden bezeichnet: das Verfahren zum Erreichen einer hypnotischen Trance (Trance ist gekennzeichnet durch vorübergehend geänderte Aufmerksamkeit und meist tiefe Entspannung). Man spricht auch von… …   Deutsch Wikipedia

  • HYPNOSE — n. f. T. de Médecine Sommeil, état général automatique, soit spontané, soit provoqué chez les personnes névropathes par des moyens artificiels. Ce sujet est dans l’hypnose. Tomber dans l’hypnose. Provoquer l’hypnose chez un sujet prédisposé …   Dictionnaire de l'Academie Francaise, 8eme edition (1935)

  • Hypnose — Hyp·no̲·se die; ; nur Sg; eine Art Schlaf, den ein Hypnotiseur bei jemandem durch Suggestion erzeugt und in dem dieser Mensch keinen eigenen Willen mehr hat ≈ Trance <jemanden in Hypnose versetzen; unter Hypnose stehen; aus der Hypnose… …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.